Hin- und hergerissen. Das trifft es wohl am besten. Ich muss zugeben, bisher bin ich mir nicht sicher ob Kreta „das Reiseziel“ schlechthin für mich ist – aber eine Reise ist die Insel auf jeden Fall wert. Es gibt viel zu sehen, vor allem Gegensätze. Auf der einen Seite gibt es Touristenhochburgen mit Hotels, etlichen Pools und edlen Gartenanlagen und auf der anderen Seite reiht sich nur ein Steinwurf entfernt eine Bauruine an die nächste. Wunderschöne Strände und Landstriche teilen sich ihr Dasein mit vermüllten Ecken. Die Krisen der Vergangenheit haben hier deutlich ihre Spuren hinterlassen und ihren Teil dazu beigetragen. Fernab der überrannten Hotspots ist das Treiben auf der Insel von einer Art Gelassenheit geprägt, von der wir uns eine Scheibe abschneiden können. In den kleinen Bergdörfern kann man Zeuge einer ganz anderen Lebensweise werden, wenn sich die Einheimischen ihre Stühle schnappen und irgendwo in den Straßen zusammensetzen, reden und Zeit miteinander verbringen. Hier hat Hektik nichts zu melden. Beeindruckend.
Ebenso faszinierend ist das Auto fahren auf Kreta. Ich gebe zu, anfänglich etwas überfordert gewesen zu sein. Verkehrsregeln sind wohl eher als Empfehlung zu verstehen. Nach kurzer Eingewöhnung passt man sich an und schwimmt einfach im Strom der zum Teil deutlich ramponierten Autos mit. Stichwort ramponierte Autos: Während in Deutschland dem Prüfer schon bei einem eingerissenen Heckscheibenwischergummi die Tränen in die Augen steigen, sind Beulen, Defekte und verrostete Karosserien auf Kreta ganz normal. Glaubst du nicht? Dann schau hier.
